Der ganz normale Home-Schooling/-Office-Irrsinn

Nachdem ich mich nun monatelang rar gemacht habe, ist es mir ein Bedürfnis, mich hier doch wieder mal blicken zu lassen. Die letzten Monate waren nicht leicht. Home-Schooling, Home-Office, Überstunden, Online-Meetings, Veränderungen in der Arbeit, … und das alles rund um den Alltag der Kinder herum organisiert. Nein, es ist nicht einfach, wie es einem diverse Individuen auf den unterschiedlichsten Kanälen weismachen wollen. Frauen wird zwar nachgesagt, dass sie das mit dem Multitasking ganz gut drauf haben, aber auch da gibt es irgendwo Grenzen.

Nun hatten wir ja 3 Wochen Ruhe. Weihnachten ist bei uns grundsätzlich recht ruhig. Dieses Mal ist es fast nicht anders abgelaufen als sonst auch. Weihnachten wird hier nur im kleineren Familienkreis gefeiert und in den letzten Jahren haben wir das sowieso schon immer entzerrt. Sodass die Maßnahmen für uns keine Einschränkung bedeuteten.

Nun ab Montag geht es weiter mit dem Trauerspiel. Mir graut davor. Die Kinder sind immer schwerer zu motivieren. Meine Hoffnung war ja, dass die Grundschulen wenigstens früher in den Präsenzunterricht übergehen. Oder meinetwegen mit Wechselunterricht ins neue Jahr starten. Aber das ist jetzt leider nicht zu ändern. Ich hoffe nur, dass nicht zu viel auf der Strecke bleibt.

Seit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 hat sich immerhin ein wenig geändert. Es werden nicht mehr 47 einzelne pdf-Files pro Kind per Email verschickt. An unserer Grundschule haben sie das padlet für sich entdeckt. Was ich an und für sich als ganz gut empfinde. Ausbaufähig ist das allerdings von Entwickler-Seite her auch noch. Für diejenigen, die das nicht kennen: Das ist eine Art Pinnwand, an der Lehrer Nachrichten, Aufgaben, Videos, Bilder und Dateien anpinnen können. Meist gestaffelt nach Wochentag oder Fach. Die Kinder können sich schon gut selbst damit behelfen, weil es recht intuitiv anzuwenden ist. Allerdings wird vorausgesetzt, dass jedes Kind ein Tablet oder einen Laptop zur Verfügung hat. Wobei es bei uns an der Schule wohl ganz funktioniert hat, dass Kinder, deren Eltern sich keine 4 Geräte leisten können, von der Schule Geräte bekommen haben.

Einige der Lehrer sind auch dazu übergegangen selbst kleine Videos zu drehen. Sie leiten damit zum Beispiel an, wie ein Hefteintrag aufgebaut werden soll, oder erklären Versuche und Sachverhalte. Für mich, als Mutter, sind diese kleinen Videos eine enorme Hilfe, weil hier die Lehrer eine Botschaft an die Kinder senden. Und erfahrungsgemäß lassen sie sich vom Lehrer einfach eher etwas sagen, als von mir. Leider. Aber auch viele Checker-Videos werden verlinkt. „Willi will’s wissen!“, „Wissen macht Ah!“, oder Videos von Lehrplattformen wie Sofatutor werden ebenfalls gerne verwendet und geschaut. Für mich ist das ganz wunderbar, weil ich hier zeitlich nicht gebunden bin und das in meinen Tag einbauen kann, wie es mir passt. Mit Zoom-Meetings ist das schwierig. Mal ganz davon ab, dass das in der Altersklasse noch nicht wirklich funktioniert.

Zusätzlich zu Videos werden auch Apps wie Anton, Antolin und Zahlenzorro gerne genutzt. Und die Lehrerin der Mistmatz hat sogar stellenweise Online-Tests über einen Anbieter selbst gebastelt. Die Ergebnisse wurden auch direkt an die Lehrerin übermittelt.

Nun, ihr seht, zumindest bei uns an der Schule hat sich ein wenig getan. Auch ein neues Informationssystem für die Eltern wurde eingeführt. Elternbriefe kommen nun per Mail und es müssen keine unterschriebenen Abschnitte mehr mitgegeben werden. Krankmeldungen können per App übermittelt werden. Ich bin fast begeistert!

Wenn ich nun also daheim wäre, und sonst nichts zu tun hätte, dann würde das ganz gut laufen, denke ich (ich stelle mir jetzt einfach mal vor, dass die Kinder das ohne zu murren mitmachen …). Zum Glück sind sie gerade noch in der 2ten und 3ten Klasse … da kann ich dann auch noch gut helfen. ABER was eben meist nicht gesehen wird: Ich habe ja auch noch einen Job. Nun habe ich das Glück, dass ich zu 100% Home-Office machen kann. Meistens kann ich mir meine Arbeit auch ganz gut über den Tag einteilen. Aber in den letzten Monaten ist das mit den ganzen Online-Meetings und Telefonaten immer mehr ausgeartet. Gut, während eines Town-Hall-Meetings des CEOs, kann man ganz gut mal Marmelade einkochen, habe ich festgestellt. Aber die meisten Meetings brauchen dann doch meine ganze Aufmerksamkeit. Da kann ich dann auch nicht sofort helfen, wenn die Kinder etwas brauchen. Die haben sich übrigens irgendwann angewöhnt, via hochgehaltener Zettel mit mir zu kommunizieren. „HILFEEEEE!“ stand da zum Beispiel drauf, oder „WIR HABEN HUNGAR!“. Letzteres war echt häufig eine Herausforderung für mich. Das beinahe tägliche Meeting mit den Kollegen im Ausland war um 10:00 Uhr angesetzt. Leider hat sich das fast immer länger hingezogen als die dafür angesetzte Stunde. Danach wollte dann meist ein Kollege noch kurz alles intern zusammenfassen und das weitere Vorgehen besprechen. Zwischenzeitlich wurde ich schon wieder von zig anderen Kollegen angeschrieben, die verlangten, dass ich mich doch nach dem Meeting „mal kurz“ melden soll. Für 14:00 Uhr hatte ich aber dann schon einen Bewerber eingeladen, für den ich mich dann noch schnell – wenigstens oben rum – anständig herrichten wollte. „Oben hui – unten pfui!“, lautete das Motto.

Ihr könnt euch also vorstellen, dass da kulinarisch nicht wirklich viel los war bei uns. Dazu kommt, dass die Kinder mit zunehmender Stunde immer unausgeglichener werden. Also muss man sehen, dass man auch andere Aktivitäten mit einbaut … natürlich zusätzlich zur Arbeit. Der Sport und die Freunde fehlen. Ja, Letzteres fand auch noch statt. Aber das wird jetzt mit der 1-Person-zusätzlich-zum-Haushalt-Regel auch wieder schwierig.

Waldspaziergang
Waldspaziergang

Aber genug getextet. Wie erging es euch denn im letzten Dreivierteljahr? Habt ihr es genossen? Oder war es einfach nur Stress für euch? Habt ihr nicht so viel Glück wie wir, und konntet nicht im Home-Office arbeiten?

Ich freue mich auf eure Antworten!

2 Kommentare

  1. Die Kombination aus Homeoffice und Homeschooling kann manchmal der wirklich der pure Wahnsinn sein. Es gibt Tage, da können die Kids und ich ganz ruhig und konzentriert durcharbeiten und dann gibt es aber wieder Momente, in denen überhaupt nichts klappt. Ich freue mich auf jeden Fall darauf, wenn alles wieder seinen gewohnten Gang geht. Langsam aber sicher fällt uns hier nämlich echt die Decke auf den Kopf…

    1. Hallo Eli! Ja, so ist es hier auch. Es gibt gute und nicht so gute Tage. Aber jetzt sollen ja ab dem 22.02. wohl wenigstens die Grundschulen wieder in den Wechselunterricht einsteigen dürfen. Die Kinder freuen sich schon drauf.

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