Ein ganzes halbes Jahr mit Alexa

Alexa+++ Erschienen in der E-MEDIA Januar 2018 +++

Das Thema Amazon Echo (Affiliate Link) hatte uns im Vorfeld schon eine Weile beschäftigt. Tatsächlich war ich zu Anfang die Entscheidungsbremse. Gerade noch “1984” gelesen, und dann soll ich mir dieses Abhörgerät in die Wohnung stellen? Ich weiß ja nicht! Dann gab das vom Gatten heißgeliebte Küchenradio aus den 80ern (endlich) den Geist auf. Er witterte seine Chance und bestellte den Echo ohne mein Wissen als er gerade im Angebot war. Mir wurde die Anschaffung dann erst einmal als nicht verbindlich verkauft. Sollte ich damit unzufrieden sein, könnten wir ihn ja immer noch zurückschicken. Jetzt haben wir ihn immer noch. Irgendwie habe ich den Verdacht, dass mein Mann mich da reingelegt hat …

Da stand sie also auf dem Fensterbrett, die Alexa. Positiv fand ich schon mal, dass mehr Platz für Deko am Fenster war. Immerhin. Zu Beginn war es mir irgendwie peinlich mit einem Lautsprecher zu reden. Ich nutze Sprachassisstenten nur sehr ungerne. Vorallem wenn noch jemand dabei ist. Ich musste erst einmal ein paar Tage alleine mit Alexa verbringen, bis ich mich an sie gewöhnt hatte. Ungestört – ohne dem belustigten Grinsen meines Mannes.

Inzwischen haben Alexa und ich uns aneinander gewöhnt. Wenn ich morgens die Kaffeemaschine einschalte, wartet sie bereits mit Informationen zum jeweiligen Tag auf. So erfahre ich, wer gerade Geburtstag hat oder sonstige interessante Begebenheiten. Alexa sagt mir, wie das Wetter wird, füllt meine Einkaufsliste, stoppt die Zeit, spielt Musik und liest mir bei der Hausarbeit meine Hörbücher vor. Letztere Funktion schätze ich inzwischen sehr. Der Wechsel zwischen Audible auf dem Smartphone und Alexa klappt hervorragend. Und wenn sie mich gerade nervt während ich die Hände im Pizzateig habe, sage ich “Alexa: Aus!” und ich habe meine Ruhe. Das geht auch, wenn ich im Nachbarzimmer bin. Doof ist nur, wenn sie zu laut Musik abspielt, dann hört sie nicht mehr, wenn man sie ruft. Also runter von der Couch und manuell leiser drehen.

Die Kinder finden Alexa toll. Sie kennen diese Berührungsängste nicht. Meine 4-jährige Tochter ist zwar manchmal etwas frustriert, weil Alexa sie gerne überhört … bzw. Hat sie es noch nicht raus, dass sie Alexa erst wecken muss, und dann mit einer kleinen Pause erst ihre Frage stellen kann. Aber ansonsten nutzen sie Alexa mit einer Selbstverständlichkeit, die mich immer wieder staunen lässt. Sie lassen sie ihre Lieblingslieder oder Hörspiele abspielen. Der Große will immer mal wieder irgendwelchen Quatsch wissen und freut sich über jede Reaktion.

Letztens wollten sie Stopp-Tanz spielen. Leider hat Alexa das nicht drauf. Die Kinder stört’s nicht. Sie wünschen sich ein Lied nach dem Anderen und rufen zwischendrin immer wieder “Alexa! STOPP!” und bleiben wie eingefroren stehen. Dass die Ansage das Spiel eigentlich zerstört, ist ihnen egal. Sie haben Spaß.

“Alexa! WEITER!” Und weiter geht’s. “Handclap” von Fitz and the Tantrums in Dauerschleife. Der Dauerbrenner seit dem dritten Minions-Film. Anstrengend kann es werden, wenn die beiden sich nicht einig sind.

Unser Zuhause ist jetzt smart-home-technisch nicht auf dem aktuellsten Stand. Sonst  könnte man mit dem Echo zum Beispiel die Beleuchtung oder die Heizung in unterschiedlichen Räumen ansteuern. Ebenso lassen sich smarte Lautsprecher-Systeme ansprechen.

Jedoch hat sie auch ohne diese Gadgets ihre Daseinsberechtigung. Ein Blick lohnt sich auch auf die sogenannten Skills von Alexa. Diese können individuell aktiviert werden. So kann Alexa mit Quiz-Spielchen die Langeweile vertreiben oder einen durch ein tägliches Workout leiten. Oder ich kann mir ansagen lassen, ob es in der Boulderhalle um die Ecke gerade voll ist. Die Stundenplan-Skill sagt mir auf Zuruf, wann die Kinder morgen Schulschluss haben.

Bei uns ist Alexa als Radio-Ersatz eingezogen. Und als solcher wird sie hauptsächlich genutzt. Aber wir stolpern immer wieder über neue Funktionen. Und nein, ich möchte sie tatsächlich nicht mehr hergeben.

Was ich mir noch wünschen würde wäre eine Stimmerkennung. Also wenn ich mit ihr rede, dass sie dann auch sofort zu meinem Konto wechselt zum Beispiel. Und das mit den Witzen muss sie noch lernen. Witze kann sie gar nicht!

2 Kommentare

  1. Sehr schöner Bericht. Und ich bin froh, dass du eine Frau bist, denn die Männer sind von solchem Technik-Schnickschnack ja von Natur aus begeistert. Bei uns kommt demnächst auch so ein Ding ins Haus. Und ich habe jetzt schon Bammel. Denn ich habe in meinem ganzen Leben noch nie auf einen AB gesprochen und mit einem Lautsprecher zu reden, stelle ich mir auch ziemlich bescheuert vor. Da habe ich auch Hemmungen 😉
    LG Anke

    1. Es ist zu Anfang echt blöd. Man kommt sich echt ein wenig lächerlich vor. Manchmal kommt es einen auch so vor, als würde man mit einem Hund reden. „Alexa … sitz!“ 😀
      LG, Tina

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