Der eBook Reader

Amzon kündigt ihren neuen Kindle Paperwhite an und mich juckt es schon wieder in den Fingern. Dabei konnte ich doch anfangs so gar nichts mit diesen eBook Readern anfangen.

Seit ich lesen kann hatten Bücher eine hohe Anziehungskraft auf mich. Meines Zeichens Stubenhocker und Leseratte, habe ich schon immer alles verschlungen, was mir irgendwie in die Quere kam. Meine Eltern waren froh um die ortsansässige Bücherei, sonst hätte ich sie wohl in den Ruin getrieben. Später habe ich mir dann alles gekauft. Ich wollte die Bücher, die ich gelesen hatte auch besitzen. Bücher, die ich als Paperback gelesen hatte, kaufte ich mir häufig auch noch als Hardcover. Oder wenn ich mir mal ein gutes Buch von einer Freundin ausgeliehen hatte, wurde das häufig nachgekauft.
Freunde von mir machten sich schon über mich lustig, weil ich meine Bücher meist nur zu ca. 90° öffnete, damit der Buchrücken geschont wurde.
Dies aber nur am Rande, damit man mal sieht, wie sehr es um meine Liebe zu Büchern steht.

Nun kamen diese eBook Reader raus und ich habe mich lange darum herumgewunden. Der technisch affine Teil in mir rief: „Muss ich haben!“, aber der Buchliebhaber in mir sträubte sich irgendwie. Keine schönen Bücher mehr im Regal. … Der Geruch von bedrucktem Papier. … Das Gefühl der Buchseiten. …

Dazu kam auch der finanzielle Aspekt. Gut, die Hardware kostet. Aber das ist in Ordnung.
Mich hatte lange abgeschreckt, dass die eBooks nicht wesentlich billiger als die Printmedien sind. Kostet die gebundene Ausgabe von „In einer Person“ von John Irving 24,90 €, so ist die kindle-Edition um nicht einmal 2 € günstiger. Schon heftig für so ein bisserl Datensalat.

Doch irgendwie bitzelte es mich immer mal wieder in den Fingern, bis ich dann doch tatsächlich zugeschlagen habe.

Seit einem Jahr nun bin ich im Besitz eines kindle touch. Und ich möchte ihn nicht mehr missen!
Bewährt hat er sich in der S-Bahn. Da ich einen langen Arbeitsweg habe, hatte ich in den Öffentlichen immer genug Zeit um zu lesen. Da war es häufig dann doch etwas beschwerlich im Stehen in einer gerammelt vollen S-Bahn einen 1000-Seiten-Wälzer zu lesen. Da ist so ein eBook Reader schon handlicher. Und man hat außerdem eine Hand frei um sich festzuhalten. Denn leider leider garantieren die horrenden Fahrtpreise in München keinen Sitzplatz. Sowas aber auch!
Diese Handlichkeit entpuppte sich nun auch in anderen Bereichen als optimal. Vor knapp 4 Monaten kam unsere Tochter auf die Welt, und das einhändige Lesen beim Stillen – ohne mir eine Sehnscheidenentzündng dabei zu holen – ist wirklich ein Luxus. Vorallem, da man ja sonst mit zwei kleinen Kindern keine Zeit und Muse zum Lesen mehr findet.
Und egal bei welchen Lichtverhältnissen … dieses E Ink-Display ist einfach phänomenal! Ich hatte ja tatsächlich gezweifelt. Aber nein, es ist richtig gut. Auch bei schönstem Sonnenschein auf der Terrasse konnte ich meine Lektüre genießen, während mein Sohn im Sandkasten herumwühlte. Kein spiegelndes Display – keine Kopfschmerzen, weil man die Augen wegen zu pixeliger Schrift anstrengen muss.
Die Akkuleistung ist beachtlich. Wenn man die WLAN-Verbindung nur dann einschaltet, wenn man etwas herunterlädt, dann hält er Wochen.
Und weil wir gerade beim WLAN sind …: Das Herunterladen von Büchern geht ratz-fatz! Aussuchen – Kaufen – Lesen. Ich habe mich damals gegen 3G entschieden, weil es mir reicht, die Inhalte nur zuhause herunterladen zu können.
Auch schön beim Bestellen ist, dass man sich erst einmal eine Leseprobe herunterziehen kann. Das ist wirklich eine feine Sache. Man kann hier einfach schon einmal ein paar Seiten lesen und am Ende dann das komplette Buch kaufen – oder es eben bleiben lassen. Und hat man das Buch dann zuende gelesen, kann man die Bewertung auch gleich noch auf Facebook bekanntgeben.

Bleibt nur noch der unverschämte Preis der eBooks. Aber auch da gibt es Möglichkeiten. Klassiker gibt es kostenlos. Da ich gerne mal so alte Schinken lese, lohnt sich das für mich. Man kann sich auch eBooks „ausleihen“. Oder man kann den kindle-Newsletter abonnieren. Da gibt es regelmäßig eBooks im Angebot.
Wenn man gerne mal Bücher in der OV liest, kann man sich um vieles günstiger die englische Version herunterladen. So bekommt man die englische Version von „Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes statt für 12,99 € für 5,49 €.
Und wer sich nicht an die englische Lektüre heranwagt: Im kindle ist ein Wörterbuch integriert. Einfach lang auf das unbekannte Wort tippen und eine Erläuterung erscheint. Großartig, oder?

Nur das Ausleihen unter Freunden klappt nicht mehr.
Und das Lesen in der Badewanne sollte frau vielleicht auch besser bleiben lassen … *räusper*
… und das Licht fehlt mir an meinem noch … hm, vielleicht doch zuschlagen …?

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