Das neue LEGO BOOST Robotic-Set

Gegen Ende August brachte LEGO ein neues Robotic-Set für Kinder ab 7 Jahren auf den Markt: LEGO BOOST 17101

LEGO BOOST 17101

Mit dem LEGO BOOST Set wird altbewährter Bauspaß mit den ersten Schritten zur Programmierung verbunden. Nach dem bekannten MINDSTORMS, soll dieses Set auch den kleineren Kindern das Programmieren näher bringen.

Wir – also meine Kinder und ich – haben es uns einmal genauer angesehen.

Der erste Eindruck

Was ich bei LEGO etwas schade finde, ist, dass auch bei größeren Sets die Tüten immer nur in eine große schwindlige Schachtel gepackt werden. Ich würde mir mindestens eine aufklappbare Schachtel wünschen. Noch besser wäre eine Schachtel mit Unterteilungen. Gerade das BOOST-Set wäre eine Packung, die ich gerne getrennt von den anderen LEGO-Sachen aufbewahren möchte. Also muss ich da was anderes suchen. Nun gut.

LEGO BOOST - viele Tüten

Ebenfalls aus der Schachtel rutschten noch ein Poster mit Sicherheits- und Entsorgungshinweisen und eine Art Spielplan aus Pappe. Nach nochmaligem Hineinschauen musste ich feststellen, dass eine Bauanleitung nicht dabei ist. Ok. Ist ja nicht zwingend notwendig. Also habe ich mir ganz automatisch mein Smartphone geschnappt und nach der kostenlosen App gesucht. „Diese App ist nicht mit ihrem Gerät kompatibel.“ Wie bitte?!?!? Mit einem Blick auf die Schachtel stelle ich nochmal sicher, dass die App auch auf Android läuft … ah nee, da heißt es „Tablets“! Also schnell das Tablet der Kinder geholt. Hier ließ die App sich vollkommen problemlos herunterladen. Ich musste nur 4 andere Apps deinstallieren, weil ich sonst keinen Platz mehr gehabt hätte. Na, ich wollte eh mal aufräumen.

Erste Schritte

Nach dem Installieren wollten wir uns gleich einmal aussuchen, welches Modell wir denn bauen möchten. Die Kinder wünschten sich die Katze Frankie. Auf dem Display sieht man ein Regal, in dem sich die Modelle tummeln. Ich drückte auf die Katze, landete aber gleich in der Ansicht zur Programmierung eines Programmes für die Katze. Hmm. Ok, nochmal zurück. Vielleicht muss man einfach nur von vorne anfangen. Es gibt da so ein kleines Grundmodell, das einem mit den Grundfunktionen des Steuerelements, des Sensors und dem zusätzlichen Servo vertraut machen soll.

Das ging fix, und man erkannte schnell, wie alles funktioniert. Auch die Kinder haben schnell begriffen, was sie damit anstellen können. Mir stellte sich hier aber gleich die Frage, was denn damit nun alles möglich sein soll. Denn sonderlich viel ist es nicht, was hier (außer den 843 Legoteilen in frechen Farben) mitgeliefert wird.

  • Move Hub mit integriertem Neigungssensor
  • Kombinierter Farb- und Abstandssensor
  • Interaktiver Motor

Aber gut, mal sehen, was durch die Mechanik machbar ist.

Als nächstes haben wir uns dann am Roboter Vernie versucht. Das Bauen macht Spaß. Die App leitet einen von Schritt zu Schritt. Das ist auch für die Kinder super einfach. Und unser lego-erfahrener Strietzi (6) kam schon wunderbar damit zurecht. Es sind überwiegend normale Legobauteile und weniger LEGO Technic. Deshalb ist es auch für die Kleineren gut handelbar.

LEGO BOOST - die Kinder am Bauen

Schön ist, dass man nicht erst das komplette Modell fertig bauen muss, damit man etwas damit herumprobieren kann. Von Vernie baut man zuerst einmal Rumpf und Kopf und kann dann schon mal loslegen. Per Drag&Drop können die Befehle ganz einfach aneinandergereiht werden. Man kann sich aussuchen, ob man durch drücken des Play-Buttons auf dem Display ein Programm laufen lassen möchte, oder ob eine Interaktion mit Vernie diese starten soll. So kann man, wenn man den Bewegungssensor verbaut hat, auch durch Winken starten.

Was kann Vernie nun?

Gut, zu Anfang kann er gerade mal den Kopf drehen und die Augenbrauen bewegen. Sprechen kann er nur durch’s Tablet. Ein Bluetooth-Lautsprecher ist nicht dabei. Beim nächsten Schritt kommen dann die Räder dazu, sodass man ihn dann auch fahren lassen kann. Kurven, vor und zurück, 360°-Drehungen meistert er wunderbar. Länge und Radien sind fix vorgegeben. Man kann ihn also nicht einfach frei geradeaus fahren lassen, sondern er fährt immer nur ein bestimmtes Stück (abgestimmt auf den Spielplan, der mitgeliefert wurde). Als dann die Arme drankamen, merke ich schon: da geht aber nix automatisch. Die sind nur Beiwerk. Da fehlen noch ein paar Servos. (Ich musste hier immer innerlich mit dem Jimu AstroBot von UBTECH vergleichen. Aber der ist auch für ein wenig ältere Kinder ausgelegt.)

Mit Vernie waren wir also fertig. Dann wollten wir ihn in Aktion sehen, aber irgendwie klappte die Verbindung mit dem Tablet dann nicht mehr. Der Motor blinkte nur wie wild, auf dem Tablet wurde darauf hingewiesen, dass man wegen der Batterien nachschauen soll, und im nächsten Schritt wurde man auf eine Service-Seite weitergeleitet, auf der man Emails schreiben und Gutscheine bestellen kann. Das war dann leider der Punkt an dem ich leicht angenervt war. Ich habe versucht Bluetooth nochmal aus- und wieder einzuschalten. Dann ging’s wieder. Allerdings hielt die Verbindung nicht lange, da der Move Hub sich recht schnell wieder ausschaltet, wenn er nicht genutzt wird. Ich musste also immer wieder Bluetooth ein- und wieder ausschalten. Ich hatte dann keine Lust mehr und der Roboter stand 2 Tage ungenutzt in der Ecke.

Ein neuer Versuch

Nach 2 Tagen wollte ich dem Set dann wieder eine Chance geben. Wir zerlegten den Roboter und wagten uns nun an die Katze Frankie (Wegen der Schleife auf dem Kopf, hätte ich sie ja eher Lizzie getauft, aber gut.). Diese hat nun fast ausschließlich mein Strietzi gebaut. Die kleine Mistmatz hat geholfen.

Frankie the Cat

Was kann nun die Katze? Sie kann die Augen hin und her bewegen und die Augenbrauen sind für die Mimik zuständig. Außerdem kann sie den Schwanz hin und her bewegen. Sind die beiden Hinterläufe drangebaut, kann sie auch stehen und sich hinsetzen. Für die Katze kann man noch ein paar Spielsachen dazubauen. Eine Milchflasche zum Beispiel, oder eine Mundharmonika oder auch eine Torte. Über den verbauten Sensor im Mund erkennt sie diese und führt dann entsprechende Handlungen aus (die man natürlich vorher programmieren muss). So pustet sie beispielsweise die Kerze auf der Torte aus und miaut ein Geburtstagslied, oder sie schnurrt und schmatzt wenn man ihr das Fläschchen hinhält. Durch den Bewegungssensor kann man ebenfalls einige Aktionen starten. So kann man sie zum Beispiel so programmieren, dass sie böse faucht, wenn man sie auf den Rücken dreht … oder sie schnurrt, wenn man sie streichelt. Mit der Mundharmonika wird es dann interessant. Hier kann man dann selbst ein kleines Liedchen komponieren.

LEGO BOOST - APP

Ab einem bestimmten Level (ich nenne das jetzt einfach mal so) ist dann auch die Toolbox freigeschaltet, in der man seine eigenen Programme abspeichern kann. Hier hat man dann auch die Möglichkeit, selbst Töne aufzunehmen und mit in die Programmierung einzubauen.

LEGO BOOST - APP

Mein Eindruck

Die Modelle sind optisch sehr ansprechend, finde ich. Die Farben wirken schön frisch und fröhlich und durch nette Details wird der jeweilige Charakter der Modelle unterstrichen. Das LEGO BOOST Set ist für Kinder ab 7 Jahren gedacht. Für diese Altersklasse ist das Set wirklich super. Die Kinder sind nicht überfordert und haben schnell ein Erfolgserlebnis, haben aber viele Möglichkeiten zum Testen. Mit dem Aufbauen der Modelle mithilfe der App kommen sie schon gut klar. Ich musste ab und an helfen, weil meinem Sohn nicht klar war, wo denn nun das dargestellte Segment hingebaut werden soll. Das war manchmal ein Suchspiel. Meistens waren zwar dünne schwarze Pfeile vorhanden, die die Stellen anzeigten, manchmal aber eben auch nicht oder man hat sie sehr schlecht gesehen. Hier wäre eine farbliche Kennzeichnung vielleicht hilfreich gewesen. Auch wäre eine 3D-Ansicht des Modells stellenweise praktisch gewesen, um überprüfen zu können, ob das Teil jetzt wirklich an die richtige Stelle gesteckt worden ist. Die App selbst ist sehr kindgerecht und intuitiv gestaltet. Die Kinder heute sind es ja gewohnt, Objekte über den Touchscreen zu bewegen. Außerdem werden erste Schritte von der App auch vorgeführt.

Was mich persönlich jetzt etwas gestört hat, war, dass man nach dem Auswählen eines Modelles nicht gleich zur Bauanleitung weitergeleitet wurde, bzw. diese erst auswählen konnte, nachdem man den Move Hub mit dem Tablet verbunden hatte. Für den Bau des Modelles ist das ja unnötig.

Etwas genervt hat leider die Tatsache, dass der Move Hub sich recht schnell abschaltet, wenn er gerade nicht aktiv ist. Der häufigste Bildschirm ist leider dieser hier:

mal wieder warten

In den Einstellungen habe ich hierzu leider nichts gefunden. Manchmal hat es mit der Verbindung leider auch gar nicht geklappt. Dann bleibt einem nichts anderes übrig, als in der App nochmal zurückzugehen, oder notfalls die Bluetooth-Verbindung neu aufzubauen. Ich weiß nicht, ob andere das Problem auch haben. Vielleicht liegt es auch an unserem Tablet. Gemeldet habe ich es jedenfalls schon mal, denn bei 7-Jährigen kann das dann schon schnell zu Frust führen.

Fazit:

Alles in Allem ist das LEGO BOOST Set aber ein sehr solides Set und der UVP von 159,99 € ist wirklich in Ordnung, wenn man es mit anderen LEGO Sets vergleicht. Schön ist halt, dass es LEGO ist … sprich, die Kinder können ihrer Kreativität freien Lauf lassen und auch andere Modelle mit Steinen aus anderen Baukästen bauen.

Wem die Funktionen jetzt aber zu rudimentär sind, oder wessen Kinder schon älter sind, der kann sich ja mal das LEGO MINDSTORMS Set ansehen …. oder eben – als günstigere Alternative – den Jimu Astrobot von UBTECH.

Was meint Ihr? Wäre das was für Eure Zwerge zu Weihnachten?

Vielen Dank übrigens an die LEGO GmbH, die uns dieses schöne Set zum Testen zur Verfügung gestellt hat.

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